Newsletter Schweizer Buchhandel
Ausgabe 5/2026 vom 05. Februar 2026
4. Drei Fragen an ...
4. Marianne Beutler, Buchzeichen Egg
Marianne Beutler ist die Geschäftsführerin des Buchzeichens Egg; die Buchhandlung feiert dieses Jahr ihr zehjähriges Bestehen.
Wie haben Sie als Geschäftsführerin der unabhängigen Buchhandlung Lesezeichen die Neuigkeiten von der Schliessung der 15 Ex-Libris-Filialen und der Überführung des Ex-Libris-Onlineshops in Galaxus erlebt?
Marianne Beutler: Es wurde mir einmal mehr bewusst, wie vital überlebenswichtig es für uns unabhängige Buchhandlungen ist, immer wieder darauf hinzuweisen, dass in den unabhängigen Buchhandlungen nicht nur persönliche Beratung geboten wird, sondern auch die Online-Bestellmöglichkeit im dazugehörigen Webshop top ist. Wer bis 17 Uhr bestellt, kann das Buch bereits am nächsten Morgen in der Buchhandlung um die Ecke abholen. Man kann es nicht oft genug sagen. Aktuell sind die Kommentarspalten zur Ex-Libris-Schliessung voll mit lebhaften Diskussionen und auch ziemlich viel fehlendem Wissen, musste ich feststellen. Wie können wir also den jetzigen Zeitpunkt, wo das Interesse der Öffentlichkeit wach ist, nutzen, um möglichst breit zu platzieren, dass die kleinste Buchhandlung auf die genau gleich grosse Anzahl Bücher – nämlich etwa 6 bis 7 Millionen – zugreifen kann wie die grösste? Ausserdem wird ja nicht nur die Abholung im Laden geboten, sondern auch Hauslieferdienst in den Briefkasten – so wie bei uns.
Was ist für Sie die zentrale Medienbotschaft?
Dass die Leute mehrfach von uns unabhängigen Buchhandlungen vor Ort profitieren können: Das schnelle Beschaffen und Liefern der Bücher, verbunden mit dem zukunftsweisenden Buy-Local-Engagement; bei Bedarf immer unterstützt durch Beratung. Beratungsqualitäten ist das eine, aber dieser Hinweis auf die potente Online-Kapazität auch der Kleinen ist absolut zentral. Im Buchzeichen Egg versuchen wir diese Botschaft schon seit längerem unermüdlich zu verbreiten. Als nächstes werde ich jetzt auf Facebook aktiv: Es gibt dort verschiedene lokale Gruppen wie «Du chunsch vo Egg oder bisch vo Egg».
Kann man beim aktuellen Ex-Libris-Thema einhaken und eventuell auch um ein Interview bei der Lokalzeitung bitten?
Ja, ich glaube, jetzt ist ein guter Moment dazu. Solche und andere Kontakte ausserhalb unseres Kundenkreises kann uns auch die Augen öffnen, dass das, was wir in unserer Branche für selbstverständlich halten, Aussenstehenden nicht immer klar ist. So fragte mich ein Journalist einmal, was wir machen, wenn wir ein gewünschtes Buch nicht vor Ort haben. Als ich ihm unseren Online-Shop zeigte und den Service unseres Zwischenbuchhandels erklärte, machte er grosse Augen: Er habe bisher nur in der Buchhandlung eingekauft, wenn er für die Wahl eine Beratung gebraucht habe, alle anderen Bücher jedoch über Amazon bestellt. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass er online auch via Buchhandlung agieren könnte. Wie immer die Menschen entscheiden: Ich will wenigstens, dass jeder und jede weiss, war wir Grossartiges zu bieten haben.
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2. Ex Libris
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3. Erste Einschätzungen
5. Orell Füssli Thalia
5. Ausbau des Papeteriegeschäfts durch die Übernahme von Köhler
6. Buchhandlung und Verlag des Jahres 2026
6. Vorschläge gesucht
7. Lieblingsbuch
7. Nominierungsphase beginnt!
8. Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis
8. 98 Titel eingereicht / Besetzung der Jury
9. gta Verlag
9. Gloria Wismer neu beim Verlag
10. SBVV
10. Schulung für die Prüfungsabnahmen
12. SWIPS
12. Generalversammlung / zwei neue Mitglieder
13. Glauser-Preis 2026
13. Die Nominierten - auch Kampa ist dabei
14. Seraph 2026
14. 38 Romane sind nominiert
15. Förderpreise des Kantons Zürich
15. Nando von Arb und «volumes»
16. Fumetto
16. Programm veröffentlicht
