Newsletter Schweizer Buchhandel
Ausgabe 44/2023 vom 23. November 2023
8. Eine Frage an ...
8. Tabea Koenig, Zytglogge-Verlagsmitarbeiterin und Autorin
Tabea Koenig, letztes Jahr erschien von Ihnen der historische Roman «Die Verlegerin von Paris» bei Aufbau, nun sind Sie Event- und Onlinemanagerin bei Zytglogge und NZZ Libro und betreuen die Buchvernissagen. Wie sehr hat Sie Ihr eigener Roman inspiriert, bei einem Verlag einzusteigen?
Tabea Koenig: «Die Verlegerin von Paris» handelt von einer jungen Frau in den 1920er Jahren, die sich im buchaffinen Freundeskreis der Lost Generation bewegt, und schliesslich einen eigenen Verlag gründet. Es ist eine Hommage an den Zauber von Geschichten und Buchhandlungen. Meine fünf bisher erschienenen Romane bei Piper und Aufbau schrieb ich neben meiner Tätigkeit bei der GGG Stadtbibliothek in Basel, wo ich nach meinem Studium in Sozialer Arbeit und Kulturvermittlung arbeitete. Letztes Jahr ging ich in die Babypause und entdeckte im Frühling die ausgeschriebene Stelle bei Zytglogge und NZZ Libro. Als Autorin hatte ich natürlich schon vorher Einblicke in die Verlagswelt und wusste, wie wichtig Buchvernissagen sind. Das Schreiben an sich ist eine einsame Angelegenheit. Über Monate hinweg ziehe ich mich in meine eigene Welt zurück, feile an der Geschichte, grüble, zweifle und verwerfe, aber am Ende sind es die Lesungen, die mich wieder mit der Aussenwelt verbinden. Dann begegne ich endlich meinen Leserinnen und Lesern, für die ich das Ganze ja überhaupt mache und die mir wiederum das Schreiben ermöglichen. Das gibt mir extrem viel zurück und verleiht mir ein langanhaltendes Glücksgefühl. Bei der Recherche für «Die Verlegerin von Paris» habe ich mich noch intensiver mit dem Verlagswesen befasst. Der Prozess von der Idee zum fertigen Buch finde ich unglaublich faszinierend. Es ist, als würde ich das Zahnräderwerk einer Uhr betrachten, das viel interessanter als das Ziffernblatt selbst ist. Dass ich nun andere Autorinnen und Autoren bei ihrem grossen Moment unterstützen darf, bedeutet mir viel.
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