Newsletter Schweizer Buchhandel
Ausgabe 26/2022 vom 30. Juni 2022
4. Frauen im Literaturbetrieb
4. Zweitägiges Symposium in Bern
Am 18. und 19. Juni fand im Zentrum Paul Klee in Bern das Symposium Frauen* im Literaturbetrieb statt. Rund 120 Autorinnen, Veranstalterinnen und Verlagsmitarbeiterinnen nahmen daran teil und entwickelten an zwei Tagen eine Forderungsliste. Nicole Pfister Fetz, Geschäftsführerin des A*dS Autorinnen und Autoren der Schweiz, eröffnete das Symposium mit einer statistischen Standortbestimmung: So scheine der Schweizer Literaturbetrieb bei Neuerscheinungen beim Verhältnis 40 Prozent Autorinnen zu 60 Prozent Autoren festzusitzen. Die Basler Literaturvermittlerin Philine Erni, Projektleiterin des Symposiums, sagt: «Der Literaturbetrieb ist aus patriachalen Strukturen erwachsen, wodurch Frauen bis heute strukturell benachteiligt sind: Bei den Honoraren, in den Feuilletons, in der Förderung, bei Preisen und im Kanon sowieso. Gegen diese Strukturen wirken Netzwerke, Transparenz und Statistik.» Auch SBVV-Geschäftsführerin Tanja Messerli nahm am Symposium teil. Sie sagt: «Ich habe diese Möglichkeit, Teil eines solchen Anlasses zu sein, schlicht und einfach als bereichernd empfunden. Ich lese seit jeher Frauen, einerseits mit Selbstverständlichkeit und andererseits ganz bewusst, gerade im Sachbuchbereich. Und ist staunte schon als junge Buchhändlerin, wie unbekannt und ungenannt viele doch bleiben.»
In diversen Round-Table versuchte man herauszufinden, wo der Bruch passiere: Am Anfang gäbe es mehr Frauen, die Studiengänge im Bereich Literatur belegen – analog dazu den grösseren Anteil an Verlagseinsteigerinnen ausmachen würden –, und plötzlich kehre das Verhältnis. Die Journalistin und Autorin Anja Nora Schulthess nahm am Symposium teil und berichtete in der Republik: «Lücken benennen, Banden bilden – und den Galgenhumor behalten.» Für den SBVV-Newsletter hält Lucia Lanz, Lektorin und Marketingleiterin bei Lenos in Basel, ein paar Eindrücke fest (Text unten). Sie leitete mit der Autorin Noémi Schaub einen Round-Table und sagt über ihr Engagement: «Damit in Zukunft Literatur von Frauen ihren ebenbürtigen Platz im Kanon findet, brauchen wir eine Auslegeordnung und Ideen für ein besseres Gleichgewicht auf allen Ebenen des Literaturbetriebs.»
Weitere Themen:
1. Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
1. Serhij Zhadan
2. Thomas Wyss neu an Bord
2. Never Stop Reading mit neuer Co-Leitung
3. Helvetia
3. Lukas Heim gründet einen Verlag
5. Frauen im Literaturbetrieb
5. Zum Beispiel: Lucia Lanz, Lenos
6. Kinder- und Jugendmedien Zürich
6. Erfolgreiche Projekte
7. Internationales Literaturfestival Leukerbad
7. Viel Publikum bei der 26. Ausgabe
8. SBVV-Weiterbildung
8. Management-Training und Urheberrecht
9. Literaturpreis des Kantons Bern
9. Sechs Bücher gekürt
10. Swiss Retail Federation
10. Mögliche Massnahmen im Herbst antizipieren
11. Bachmannpreis
11. Ana Marwan gewinnt
12. Grosser Preis und Förderpreis
12. Georg Klein und Sven Pfizenmaier
14. Thienemann-Esslinger
14. Die Klassiker fürs Schulbuchgeschäft